Es gibt Tage, da sehnt man sich nach nichts mehr als dem Moment, in dem man endlich ins Bett sinken kann.
Die Gedanken an den stressigen Arbeitstag verschwinden, und alles, was zählt, ist die kuschelige Decke, die sanft den Körper umschließt, und das Versprechen einer ungestörten Nacht voller erholsamem Schlaf.
Doch kaum hat man die Augen geschlossen, wird man jäh aus seinen Träumen gerissen. Ein rhythmisches Klopfen, begleitet von gedämpftem Stöhnen, dringt durch die Wände.
Oh, wie schön, die Nachbarn haben wieder Spaß! Leider raubt es mir den meinen – nämlich den Schlaf.
Ich bin ja niemand, der anderen den Spaß nicht gönnt, ganz im Gegenteil. Liebe ist doch etwas Wunderbares!
Aber ich wage zu behaupten, dass wir alle eine ungeschriebene Vereinbarung darüber haben, dass das Schlafzimmer eine stille Oase sein sollte – zumindest für die, die darin schlafen möchten. Doch an diesem heutigen Abend werde ich unfreiwillig Zeuge einer Performance, die, so viel sei gesagt, eine etwas zu hohe Lautstärke hat.
Das bringt mich zu einer Erkenntnis: Es wäre doch für uns alle angenehmer, wenn es eine kleine Anleitung gäbe, wie man ungestörten Sex haben kann, ohne dass der gesamte Hausflur das Konzert miterleben muss.
Hier kommen drei handfeste Tipps, wie man in der Horizontalen Spaß haben kann, ohne den Nachbarn den Schlaf zu rauben.
Tipp 1: Musik als Deckmantel
Ein heißer Tipp, wenn es leidenschaftlich zugeht: Spielt Musik ab! Nicht irgendeine, sondern gezielt ausgewählte, um das Stöhnen und Knarren des Bettes dezent zu übertönen. Ideal sind Songs mit rhythmischem Beat, der sich gut an eure Aktivitäten anpassen lässt. So freut sich der Nachbar über die neue Playlist und kann ruhig schlafen, während ihr euch zu den Klängen von Marvin Gaye vergnügt. Zwei Fliegen mit einer Klappe – na, wenn das nicht perfekt ist!
Tipp 2: Der schlaue Bettaufbau
Wer schon mal das Vergnügen hatte, eine IKEA-Anleitung zu studieren, weiß: Stabilität ist alles. Wenn das Bett bei jeder Bewegung den Takt eines Techno-Songs aufnimmt, wird’s schwierig, unbemerkt zu bleiben. Daher der Tipp: Schaut euch das Bett an und investiert in eine stabile Matratze und ein hochwertiges Lattenrost. Quietschende Lattenroste sind nämlich die wahren Verräter in der Sache. Und glaubt mir, wenn das Bett schweigt, kann der Nachbar es auch.
Tipp 3: Timing ist alles
Eine besonders raffinierte Methode ist das richtige Timing. Wenn man ahnt, dass der Nachbar noch wach ist, vielleicht gerade einen Film schaut oder selbst noch in der Küche werkelt, nutzt die Gelegenheit. In diesen Momenten sind die Ohren auf etwas anderes konzentriert, und das Risiko, dass jemand etwas mitbekommt, sinkt erheblich. Einfach clever die Zeitfenster nutzen, in denen andere mit sich selbst beschäftigt sind, dann fällt euer Vergnügen niemandem zur Last.
Nach diesem kleinen Exkurs bleibt mir nur noch zu hoffen, dass diese Tipps bei meinem lieben Nachbarn Gehör finden.
Schließlich möchten wir alle den Feierabend genießen – der eine im Bett mit einer guten Mütze Schlaf und der andere eben… anders.
In diesem Sinne: Viel Vergnügen, aber bitte mit Rücksicht 😉 !
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