Liebeschaos und Denkblockaden – Warum Männer beim Dating kalte Füße kriegen

Es gibt eine Sache, die viele von uns beim Dating schon erlebt haben: Du triffst jemanden, die Chemie stimmt, das Lächeln sitzt, das Gespräch läuft wie geschmiert. Alles deutet auf eine vielversprechende Zukunft hin – bis plötzlich Funkstille herrscht.

Der nette Mensch, den du erst kürzlich auf ein magisches Wochenende in Frankreich begleitet hast, meldet sich nicht mehr. Du fragst dich, was passiert ist. Vielleicht machst du dir Sorgen, dass es an dir liegt. Vielleicht bist du wütend, enttäuscht oder einfach nur verwirrt.

Ich habe das kürzlich selbst erlebt: Ein schönes Wochenende, die Dinge schienen perfekt zu laufen – bis er anfing, meine Nachrichten zu ignorieren. Er ghostete mich, während er gleichzeitig meine Instagram-Stories brav verfolgte. Wie bitte? Er hat keine Zeit zu antworten, aber Zeit, meine Stories zu schauen? Da muss man sich doch fragen: Was passiert eigentlich im Kopf dieser Männer?

Die Antwort ist simpel, aber nicht immer leicht zu akzeptieren: Unsicherheit und Zweifel. Und zwar auf beiden Seiten.

Viele Männer – besonders am Anfang – neigen dazu, die Situation zu überdenken. Sie fragen sich: Passt das wirklich? Wo führt das hin? Was, wenn ich mich auf etwas einlasse, das scheitert? Diese Fragen können lähmend wirken. Es ist, als ob sie vor einer endlosen Auswahl an Türen stehen, nicht sicher, welche sie öffnen sollen – aus Angst, dass es die falsche Tür sein könnte. Statt Klarheit zu schaffen, flüchten sie in Ausreden wie „Entfernung“ oder „Sprachbarrieren“ – obwohl wir alle wissen: Wenn man etwas wirklich will, findet man Wege, keine Ausreden.

Ich selbst habe schon Männer in London oder Berlin gedatet – und ja, die Distanz war eine Herausforderung, aber nicht unüberwindbar. Warum? Weil wir es beide wollten. Wir haben uns auf das Unbekannte eingelassen, haben die Zweifel beiseitegeschoben und die Dinge ausprobiert. Genau das ist der Schlüssel: Mut, sich auf etwas Neues einzulassen, statt ständig nach dem perfekten Szenario zu suchen.

Warum aber können Männer das oft nicht? Weil viele von ihnen in die Falle tappen, zu früh über die Zukunft nachzudenken, bevor sie überhaupt die Gegenwart richtig genießen. Sie sind nicht bereit, sich auf das Hier und Jetzt einzulassen, und sobald ein kleiner Zweifel aufkommt – sei es die Entfernung, ein Missverständnis oder einfach der eigene innere Kritiker – neigen sie dazu, zu flüchten, anstatt darüber zu sprechen. Das führt dann zu diesem unsäglichen „Ghosting“ – eine der feigsten Formen des Rückzugs.

Und was mache ich inzwischen? Ich laufe keinem Mann mehr hinterher. Meine Zeit ist kostbar. Ich habe gelernt, Dinge direkt anzusprechen. Wenn ich spüre, dass etwas nicht stimmt, ziehe ich die Reißleine und konfrontiere die Situation, bevor ich endlose Gedankenspiele starte. Und ganz ehrlich: Wenn jemand nicht bereit ist, offen zu kommunizieren oder sich auf mich einzulassen, dann hat er auch keinen Platz in meinem Leben.

Und mal ehrlich: Ist es da noch verwunderlich, dass so viele von uns Single sind? Wir alle tragen diese Unsicherheiten in uns, stellen uns selbst in Frage und verlieren uns oft in Zweifeln, statt einfach mal den Moment zu genießen. Aber das ist der Punkt: Zweifel werden immer da sein. Es ist die Frage, ob wir sie uns erlauben, uns zu stoppen – oder ob wir den Mut finden, trotz der Zweifel weiterzumachen.

Am Ende geht es nicht darum, den „perfekten“ Partner zu finden, sondern jemanden, der bereit ist, sich auf dich und das Abenteuer des Unbekannten einzulassen – ohne ständige Zweifel, Ausreden oder Rückzieher.

Und ganz ehrlich: Wer will schon mit jemandem zusammen sein, der sich nicht mal traut, einen Schritt in Richtung Zukunft zu machen? Ich nicht. Lieber genieße ich mein Wellness-Wochenende allein, als meine Zeit und Energie für jemanden zu verschwenden, der nicht weiß, was er will.

Also, liebe Männer da draußen: Zweifeln ist okay – aber lasst euch nicht davon lähmen. Sprecht es an, redet darüber. Denn manchmal reicht ein einfaches Gespräch, um den Knoten im Kopf zu lösen.

Und wer weiß?

Vielleicht wartet hinter der Tür, die ihr öffnen wollt, ja das, wonach ihr schon die ganze Zeit gesucht habt.

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