Glücklich ohne Drehbuch: Warum mein Leben mir allein gehört

Es gibt Menschen, die sich oft das Recht herausnehmen, andere zu beurteilen, ohne deren Lebensgeschichte zu kennen.

Neulich war ich auf einer Veranstaltung, umgeben von Freunden aus alten Schulzeiten. Plötzlich kam der Vater eines Freundes auf mich zu und meinte: „Glenn, du bist ja bald 40. Wäre es nicht langsam an der Zeit, zu heiraten, Kinder zu haben und eine Familie zu gründen? Schau dir meine Kinder an, die sind alle verheiratet. Das wäre doch auch was für dich, oder?“

In diesem Moment dachte ich nur: „Hallo, geht‘s noch ?! Was gibt dir das Recht, mich zu beurteilen, nur weil ich Single bin?“ Nur weil ich keine Familie habe, heißt das noch lange nicht, dass ich unglücklich bin. Glück ist keine Frage der Familienkonstellation. Ich brauche keinen Partner oder Kinder, um mein Leben zu genießen und zufrieden zu sein.

Dann fragte er mich: „Bist du zu wählerisch, was Dating anbelangt?“ Und ich entgegnete: „Nein, ich bin nicht wählerisch, aber ich habe meine Ansprüche. Meine Ansprüche sind zwar nicht hoch, aber ich weiß, was ich im Leben will. Ich werde nicht den erstbesten Mann heiraten, der mir über den Weg läuft, nur weil das von mir erwartet wird. Dating und Kennenlernen funktionieren heute anders als vor 20 Jahren.

Nur weil ich weiß, was ich möchte und was ich nicht möchte, bedeutet das nicht, dass ich unglücklich bin. Im Gegenteil – ich bin Single, frei und führe kein Party-Leben mehr. Ich habe mein Leben im Griff und einen großartigen Freundeskreis, meine ‘Chosen Family’. Ich muss niemandem etwas beweisen und lebe so, wie ich es möchte und wie es mir gefällt.“

Stattdessen dachte ich mir: „Schau doch erst mal auf dich und deine Familie, bevor du über andere urteilst. Wenn du wüsstest, was deine Kinder im Leben so treiben, würdest du nicht so schnell über mich urteilen. Denn auch wenn ich nicht in ihren Kreisen bin, bekomme ich doch einiges mit. Das Internet vergisst keine Gesichter, und deine Kids sind auch nicht perfekt.“

Es ist schon dreist, wie manche Menschen mit dem Finger auf andere zeigen, um sich selbst als Vorbild darzustellen. Diese Möchte-Gern-Vorzeigefamilie, die nur ein perfektes Bild präsentieren möchte, obwohl sie innerlich mit sich selbst zu kämpfen hat und zu viel Angst hat, ihre Verletzlichkeit zu zeigen – das ist nicht mein Weg. Ich habe es nicht nötig, etwas vorzutäuschen.

Falls ihr jemals in so eine Situation kommt, hier ein paar Tipps, um solchen unangenehmen Gesprächen aus dem Weg zu gehen oder den Spieß auf charmante Weise umzudrehen:

1. Das Thema wechseln: Ein einfaches „Lass uns doch lieber über etwas Anderes sprechen“ kann Wunder wirken. Die meisten Menschen verstehen das Signal und lenken das Gespräch in eine andere Richtung.

2. Mit Humor kontern: Manchmal hilft ein lockerer Spruch wie: „Ach, ich spare mir den Stress – ich hab noch so viele andere Pläne!“ Das zeigt, dass du das Thema nicht so ernst nimmst und kann die Situation auflockern.

3. Gegenfragen stellen: Frag dein Gegenüber doch mal, warum ihm dieses Thema so wichtig ist. Manchmal führt das zu einem Moment der Selbstreflexion und macht deutlich, dass es gar nicht um dich, sondern um die Erwartungen des anderen geht.

4. Selbstbewusst deine Wahl vertreten: Wenn du einfach und ruhig erklärst, dass du mit deinem Leben zufrieden bist, zeigst du Stärke. Das signalisiert, dass du dich nicht von den Erwartungen anderer beeinflussen lässt.

Am Ende des Tages ist es dein Leben. Lass dir von niemandem vorschreiben, was dich glücklich machen sollte.

Bleib dir treu, und wenn jemand das nicht versteht, ist das sein Problem, nicht deins.

xo Glenn

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