Man sagt ja, Ex-Partner können Freunde bleiben.
Manche behaupten sogar, sie könnten die besten Freunde werden. Ich persönlich gehöre zu den Optimisten, die gerne glauben, dass eine gescheiterte Beziehung nicht zwangsläufig auch das Ende einer wertvollen Verbindung bedeutet. Also nahm ich die Einladung meines Ex-Freundes zum Abendessen in Basel dankend an – schließlich hatten wir uns lange nicht mehr gesehen, und ein entspanntes Dinner mit nostalgischen Anekdoten klang durchaus verlockend.
Der Abend begann auch vielversprechend. Wir tauschten Updates über unser Leben aus, lachten über alte Geschichten und schwelgten in Erinnerungen an peinliche Dating-Momente und seine legendäre Unfähigkeit, eine Spülmaschine richtig einzuräumen (ein Talent, das er offenbar immer noch nicht perfektioniert hat). Es war ein angenehmes Wiedersehen, eine Mischung aus Vertrautheit und der Erkenntnis, warum es am Ende doch nicht geklappt hatte.
Gerade als ich mir insgeheim auf die Schulter klopfte, wie erwachsen und entspannt ich mit dieser Situation umging, kam der Plot-Twist des Abends: „Ich hab plötzlich mega Kopfschmerzen“, meinte er und rieb sich theatralisch die Schläfen. Ich war erst nicht sicher, ob es eine höfliche Art war, das Treffen zu beenden, oder ob tatsächlich ein Migräneanfall bevorstand. Doch als er sein Gesicht verzog und murmelte, dass er sich hinlegen müsse, wurde klar: Die geplante Übernachtung fiel ins Wasser.
Tja, und so saß ich wenig später am Bahnhof, anstatt mich auf ein gemütliches Bett in Basel zu freuen. Die Stadtbesichtigung, die ich mir für den nächsten Tag ausgemalt hatte… Geschichte. Stattdessen wartete ich auf den nächsten Zug zurück nach Zürich, leicht genervt, aber mit einem Hauch von Verständnis. Schließlich kann niemand etwas für plötzliche Kopfschmerzen – und Gesundheit geht nun mal vor.
Während der Zug aus dem Basler Hauptbahnhof rollte, lehnte ich mich zurück und betrachtete die vorbeiziehenden Lichter. Ein kurioser Abend mit einer unerwarteten Wendung – aber hey, immerhin blieb mir die Erkenntnis, dass ich definitiv nichts verpasst hatte.
Und vielleicht auch die Erinnerung daran, warum es manchmal gar nicht so schlimm ist, wenn sich Ex-Partner irgendwann doch einfach nur Ex-Partner bleiben.
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