JJ gewinnt ESC 2025

Ein Abend zum Erinnern – ESC 2025 in Basel

Was für ein Finale. Was für eine Show. Was für ein Moment, der in Herz und Hirn bleibt.

Als am Samstagabend die letzten Töne des Eurovision Song Contest 2025 in Basel verklangen, wusste ich: Diesen Abend werden wir alle so schnell nicht vergessen. Nicht nur, weil es ein Heimspiel war. Nicht nur, weil die Halle vibrierte wie ein einziger gemeinsamer Herzschlag. Sondern weil wir Geschichte geschrieben haben. Auf der Bühne. Vor den Bildschirmen. In unseren Herzen.

Souvenär Sandra Studer, Michelle Hunziker und Hazel Brugger haben durch den Abend geführt wie ein eingespieltes Dream-Team zwischen Glitter, Ironie und Herzenswärme. Sandra, die mit ihrem unerschütterlichen Charme unsere Wohnzimmer in Queer-Discos verwandelte. Michelle, deren Energie man bis in die letzten Reihen spürte – strahlend wie eh und je. Und Hazel, deren trockener Humor der perfekten Prise Schweizer Pfeffer gleichkam. Wer hätte gedacht, dass Eurovision-Moderation so witzig, stylish und menschlich sein kann?

Und dann – unsere Zoë Më. Was für eine Frau. Was für eine Stimme. Was für ein Auftritt. Mit einem Song, der unter die Haut ging, den Schmerz unserer Zeit einfing und trotzdem Hoffnung schenkte. Dass sie es in die Top 10 geschafft hat, ist nicht einfach nur ein Erfolg – es ist ein Statement. Für Qualität. Für Tiefgang. Für uns. Wir dürfen stolz sein, dass diese Künstlerin unser kleines, großes Land vertreten hat.

Aber mein Herz klopft heute noch für einen anderen Namen: JJ. Der queere Singer-Songwriter, der für Österreich antrat – und gewonnen hat. Mit einem Song, der Liebe feierte, Freiheit atmete und eine Hymne für alle wurde, die oft übersehen werden. JJ hat nicht nur eine Trophäe mit nach Hause genommen. Er hat der LGBTQIA+ Community ein weiteres Zeichen der Sichtbarkeit, der Stärke und des Stolzes geschenkt. Ein Sieg, der weit über Noten und Punkte hinausgeht. Ein Moment, der bleibt.

JJ, der diesjährige ESC-Gewinner, ist weit mehr als „nur“ ein queerer Künstler mit einer beeindruckenden Stimme – er ist eine Botschaft auf zwei Beinen. Geboren in Wien mit philippinischen Wurzeln, lebt seit Jahren offen Queer und nutzt seine Musik konsequent als Sprachrohr für queere Sichtbarkeit und Selbstbestimmung. Sein künstlerischer Weg begann nicht auf der großen Bühne, sondern in kleinen Bars, auf Pride-Festivals und in Community-Spaces, bevor er schließlich bei The Voice UK 2021 mit seiner souligen Stimme und seiner authentischen Art erstmals einem internationalen Publikum auffiel.

Was ihn ausmacht, ist nicht nur sein Gesang, sondern sein Mut, verletzlich zu sein. Seine Texte handeln von Identität, Ausgrenzung, Sehnsucht – und davon, wie es sich anfühlt, als queerer Mensch zwischen Kulturen und Erwartungen aufzuwachsen. JJ steht für eine neue Generation von Künstlern, die keine Kompromisse mehr machen. Kein Versteckspiel. Keine Ausreden. Stattdessen: Farbe bekennen, Glitzer tragen und laut sein – für sich selbst und für all die, die noch nicht können.

ESC 2025 war nicht nur ein Wettbewerb. Es war ein Fest der Vielfalt, ein Schrei nach Akzeptanz, ein Tanz durch Schmerz, Glanz und Hoffnung. Und ja – es war unser Abend.

Basel, Europa, Welt – danke.

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