Pride & Pause

Ehrlich gesagt: Ich war heute total motiviert. Voller Vorfreude auf die Pride, mein liebstes Outfit rausgelegt, ready für den Tag — auch wenn ich dieses Wochenende alleine verbringen würde.

Meine besten Freunde sind nicht in der Stadt und meine beste Freundin verlässt gerade die Schweiz. Trotzdem dachte ich mir: «Hey, das machst du heute für dich. Pride ist für uns alle.»

Das war der Plan.

Tja, nur manchmal macht der Körper eben einen anderen. Noch bevor ich das Haus verlassen konnte, spürte ich plötzlich ein rasendes Herz, Schwindel — es fühlte sich an wie eine Panikattacke, auch wenn ich es nicht genau benennen kann. Ich konnte nichts mehr tun. Mein ganzer Körper war wie unter Strom, alles viel zu viel. Ich musste mich sofort hinlegen, Augen zu, atmen, runterkommen. Nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei.

Aber: Ich habe auf meinen Körper gehört und entschieden, heute nicht zur Pride zu gehen. Zu gross die Angst, dass es wieder hochkommt.

Woher das Ganze kam? Keine Ahnung. Vielleicht Emotionen, die grad überrollen. Vielleicht Verlustängste, die sich still und leise eingeschlichen haben. Schlaf war in den letzten Tagen auch eher Mangelware. Alles zusammen? Ich weiss es nicht.

Was ich aber weiss: Mein Körper hat mir ein Warnsignal geschickt — und ich höre besser hin.

So ist mein Pride-Wochenende zwar anders verlaufen als geplant. Aber immerhin: Am Freitag war ich schon kurz auf dem Platz, habe ein paar liebe Menschen getroffen, Farben, Musik und Lebensfreude gespürt. Und darauf bin ich stolz.

Morgen? Wenn’s besser ist, fahre ich mit meiner Schwester und ihren Freund:innen zur Art Basel. Und: Nächstes Wochenende ist ja schon Basel Pride — oder wie es so schön heisst: «Basel tickt bunt.» Vielleicht sieht man sich ja dort.

In diesem Sinne: Happy Pride euch allen. Passt gut auf euch auf. Und hört auf eure innere Stimme.

Und wenn euch euer Körper mal ein Stopp-Signal gibt — hier drei kleine Tipps, die mir helfen:

1️⃣ Ruhig atmen: Tiefe Atemzüge helfen, das Nervensystem zu beruhigen.

2️⃣ Einen sicheren Ort finden: Setzt euch, legt euch hin — gebt euch selbst einen Moment der Sicherheit.

3️⃣ Akzeptieren, was gerade ist: Nicht gegen die Situation ankämpfen, sondern annehmen — das hilft, schneller zur Ruhe zu kommen.

Take care & be proud — in eurem eigenen Tempo. 🌈

Xo Glenn

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